DRINGLICHKEITSANTRAG
19. Februar 1997 (Aufwandsentschädigung).
Herr Vorsitzender, meine
Damen und Herren,
wir stellen folgenden Dringlichkeitsantrag
einer Änderung der Satzung im Stadtrecht, zur Regelung des Auslagenersatzes
und der Aufwandsentschädigung. Durch die hohe Verschuldung der Stadt
ist die Dringlichkeit des Antrags gegeben. Es wird beantragt, der Rat der
Stadt Wilhelmshaven beschließt die derzeit gültige Satzung wird
dahingehend abgeändert, daß alle dort verankerten Aufwands-
und Auslagensätze hälftig gekürzt werden, mit Ausnahme der
Fahrtkostenpauschale. Oberbürgermeister, Bürgermeister sowie
Fraktions- und GruppensprecherInnen werden in ihren Bezügen den übrigen
Ratsmitgliedern gleichgestellt. Der Beschluß erhält mit sofortiger
Wirkung seine Gültigkeit. Mitglieder des Rates die in Gesellschaften
der Stadt Wilhelmshaven einen Sitz im Vorstand und Aufsichtrat innehaben,
hierfür Einnahmen und eine Aufwandsentschädigung erzielen, überleiten
75% dieser Beträge dem Haushalt der Stadt Wilhelmshaven. Dies ebenfalls
mit sofortiger Wirkung.
BEGRÜNDUNG
Die desolate Finanzlage
der Stadt Wilhelmshaven erfordert es, nach Ansicht der Verwaltung, erhebliche
Kürzungen vorzunehmen, hauptsächlich im sozialen Bereich. Laut
Anschreiben der Stadt Wilhelmshaven vom 20. Januar 97 an die Ratsmitglieder,
haben Gruppen und Fraktionen des Rates zur Signalsetzung die Stundung ihrer
Aufwandsentschädigung für einen Zeitraum von 2 - 3 Monate vorgeschlagen.
Gegenüber den Einwohnern und Einrichtungen die von Kürzungen
betroffen sind ist dies schlichtweg eine Farce und Augenwischerei der Politik,
denn der gestundete Betrag der zu entrichtenden Aufwandsentschädigung
dient und hilft der städtischen Finanzlage in keinster Weise, da er
ja so oder so ausgezahlt wird. Eingespart wird gerade einmal garnichts.
Solcherart Vorschläge sind politische Winkelzüge. Die Fraktion
der Republikaner vertritt die Ansicht wenn Zeichen der Sparsamkeit von
der Politik gesetzt werden, dann bitteschön auch richtig. Und zwar
durch Verzicht, nicht durch Stundung.
Joachim Münch, stellvertretender
Fraktionsvorsitzender. 19.Februar 1997
Referat zum Haushalt, vorgetragen in der Ratssitzung
vom 30. April 97.
Herr Oberbürgermeister
meine Damen und Herren !
Den Personen die an der
Erstellung des Haushaltplans mitgewirkt haben sprechen wir für ihre
Arbeit unsere Anerkennung aus. Es ist in der schwierigen finanziellen Lage
in der sich die Stadt befindet sicherlich kein leichtes Unterfangen gewesen
einen Haushaltsplan zu erstellen der mit dem Segen der Bezirksregierung,
diese Stadt hoffentlich wieder handlungsfähig werden läßt.
Allerdings hätte man der städtischen Pleite die sich bereits
vor Jahren schon abzeichnete, vorbeugend begegnen müssen. Die gravierenden
Einsparung auf Kosten der Wilhelmshavener Bevölkerung und deren öffentlichen
Einrichtungen, einhergehend mit einer gleichzeitigen Gebührenerhöhung
in fast allen Bereichen die sich hier aufaddiert, haben zu Recht den Unmut
der Bürgerinnen und Bürger hervor gerufen und trifft wie immer
in solchen Fällen die Schwachen in unserer Gesellschaft. Wir waren
erschüttert mit Ohnmacht ansehen zu müssen, wie Kinder in diesem
Ratssaal für ihre Kindergärten eingetreten sind. Von der menschlichen
Härte die sich durch Kündigung von Verträgen und der Vernichtung
von Arbeitsplätzen aufzeigte, ganz zu schweigen. Was uns ebenfalls
befremdet und für uns nicht nachvollziehbar ist, sind die Ausführungen
des Herrn Oberstadtdirektors den Schuldenberg der Stadt Wilhelmshaven bis
zum Jahr 2000 auf nahezu Null zu minimieren. Dem steht schon allein die
Einführung des Euro, und der damit immens verbundenen Kosten der Währungsumstellung
im Wege. Wir die Republikaner wehren uns allerdings vehement gegen die
Abschaffung unserer guten Deutschen DMark. Auch wenn mittlerweile davon
die Rede ist, eine Umstellung in den Verwaltungen soll erst im Jahre 2002
erfolgen muß bereits jetzt schon entsprechend kalkuliert werden.
Weiterhin steht die zu erwartende Steuerreform die sich ebenfalls ganz
erheblich auf die Kommunen auswirken wird, einem Schuldenabau im Wege.
Von diesen beiden nicht zu übersehenden Posten können wir in
der längerfristigen Finanzplanung nichts finden. Als neugewählte
Mitglieder im Rat ist es uns nicht leicht gefallen den Haushaltsplan zu
überschauen. Uns stellt sich die Frage, wie es zu der Finanzmisere
von der anscheinend sogar der Herr Oberbürgermeister im Dezember überrascht
war, kommen konnte. Die Antwort die wir finden ist zum ersten einmal der
gewaltige Druck der von der Landesregierung auf die Kommunen ausgeübt
wird und Raubrittercharakter zeigt. Hier hätte man Paroli bieten müssen,
notfalls mit Hilfe der Justiz. Zum zweiten, die Großzügigkeit
mit der gewirtschaftet wurde und
bewilligt wurde was nur
zu bewilligen war, obwohl die Stadt seit Jahren Empfänger von Bedarfszuweisungen
ist. Zur Sparsamkeit aufrufen und diese immer wieder anzumahnen wäre
erste Pflicht gewesen. Wir stellen in Zweifel ob die Richtlinien der Wirtschaftlichkeit
eingehalten wurden. Wo man hätte großzügig sein müssen
und sofortiger Handlungsbedarf vorlag, zeigte man sich kleinlich. Daß
die Firma Reichelt-Elektronik Wilhelmshaven den Rücken kehrt hätte
verhindert werden können. Anscheinend hat man hieraus gelernt, wie
man am Ablauf des anstehenden Ansiedlungsverfahren der Advance-Bank sehen
kann. Was sich uns ganz auffällig zeigt ist, wie in den Ausschüssen
über hohe Beträge in aller Eile und ohne großes Überlegen
abgestimmt wird, während die Ausgaben und Bewilligungen kleiner Beträge
heftig debattiert werden. Das Verwirrspiel der Verwaltung Vorlagen kurzfristig
den Ausschüssen vorzulegen trägt entscheidend dazu bei unüberlegt
zu handeln und letztendlich so zu entscheiden wie von der Verwaltung geplant
und gewollt. Dieser Verfahrensweise muß begegnet werden. Ein gewaltiger
Posten in Millionen Höhe sind die Sozialausgaben an Asylbewerber und
Personen ohne deutsche Staatsbürgerschaft. Hier wären immense
Beträge einzusparen gewesen hätte man überlegt gehandelt.
Wir die Republikaner erarbeiten derzeit ein Konzept wie hier Einsparungen
gemacht werden können. Nach Erstellung werden wir dies vorlegen. Wir
vermögen beim besten Willen nicht einzusehen, daß Senioren und
Sozialpaß ohne Vorankündigung gestrichen wird. Wichtige öffentliche
und kulturelle Einrichtungen geschlossen oder sich selbst überlassen
werden, und man die Jugendlichen auf die Straße schickt indem man
ihnen u.a. das Point schließt. Eine breite Schicht die dafür
büßen muß, daß Staatsbürger fremder Länder
in Deutschland das Sozialamt der Weltbevölkerung entdeckt haben und
dann natürlich in diesem Schlaraffenland bleiben wollen. Wir haben
nicht bemerkt das in diesem Punkt die Interessen des Volkes vertreten werden.
Dies ist jedoch Verfassungsauftrag dessen sich alle Volksvertreter bewußt
sein müssen. Entsprechend muß gehandelt werden Für die
Zukunft der Stadt hat man hoffentlich aus der Vergangenheit gelernt. Wir
werden die weitere Entwicklung sorgfältig verfolgen und sehen im vorgelegtem
Haushaltsplan, dem wir zwar in einigen Punkten nicht zustimmen dürften,
jedoch die Möglichkeit der Abnabelung von der vorläufigen Haushaltsführung
und werden, zwar mit gemischten Gefühlen, dem Haushalt zustimmen.
Ich bedanke mich für ihre Aufmerksamkeit.
Joachim Münch, stellvertretender
Fraktionsvorsitzender.
Antrag Ratssitzung 21. Mai 1997 (Zweitwohnungssteuer).
Herr Oberbürgermeister,
meine Damen und Herren.
Die Fraktion der Republikaner
beantragt, der Rat möge die Erhebung einer Zweitwohnungssteuer beschließen
und die Verwaltung beauftragen eine Satzung zur Erhebung der Zweitwohnungssteuer
auszuarbeiten und diese den zuständigen Ausschüssen vorlegen.
Wir begründen den Antrag wie folgt:
Auf meine Anfrage vom 4.
März 97 wurde mir vom Herrn Oberstadtdirektor mitgeteilt, daß
Zweitwohnungen in Wilhelmshaven nicht besteuert werden. Um der auch für
die Zukunft prekären Haushaltslage entgegenzuwirken, sind die Kommunen
aufgefordert, und verpflichtet, alle Möglichkeiten finanzieller Einnahmen
auszuschöpfen. Andere Kommunen haben mit Erfolg die Erhebung einer
Zweitwohnungssteuer bereits eingeführt. Auch positiv zu bewerten ist
der damit verbundene Erhalt von Arbeitsplätzen des städtischen
Personals. Wenn der Rat und die Stadt den Bürgerinnen und Bürgern
mit geringem Einkommen Erhöhungen und damit finanzielle Einschnitte
zumutet, so hat zumindest die Gruppe der Bevölkerung mit gutem Einkommen,
und dazu zählen Inhaber von Zweitwohnungen, ebenfalls ihren Beitrag
zu leisten. Wir bitten um Zustimmung.
Joachim Münch, stellvertretender
Fraktionsvorsitzender.
Antrag Ratssitzung 20. Mai 1998 (Ladenöffnungszeit).
Ich stelle den Antrag die
Beschlußvorlage 156/98 von der Tagesordnung dieser Ratssitzung abzusetzen.
Die Verwaltung der Stadt
wird aufgefordert in Übereinstimmung aller Verbände wie Einzelhandel,
Gewerkschaft, Betriebsräte und City-Interessenverein einen neuen Beschlußvorschlag
in den Rat einzubringen, der allen Beteiligten gerecht wird.
Begründung:
Diese ergibt sich aus dem
Inhalt des Schreibens der DAG vom 14. Mai. 98 an alle Ratsmitglieder.
Zu dem Beschlußvorschlag
sind, obwohl im Erlaß des Niedersächsischen Sozialministeriums
vorgeschrieben, die Gewerkschaften nicht gehört worden. Mit Verabschiedung
der Vorlage werden Fakten geschaffen die es den Vertretern der Beschäftigten
des Einzelhandels unmöglich macht, deren Interessen in dieser Angelegenheit
zu vertreten. In der vorliegenden Fassung kann ich der Beschlußvorlage
nicht zustimmen.
Joachim Münch
Antrag Ratssitzung 24. Februar 1999 (Abwahl Bürgermeister
Focke Hofmann).
An den Vorsitzenden des
Rates der Stadt Wilhelmshaven Herrn Eberhard Menzel 26380 - Wilhelmshaven
Sehr geehrter Herr Menzel,
folgenden Antrag, den ich
für die Ratssitzung zum 24. Februar 1999 fristgerecht einbringe, möchte
ich Sie bitten in die Tagesordnung des öffentlichen Teils der Sitzung
aufzunehmen.
ANTRAG
Der Bürgermeister der
Stadt Wilhelmshaven, Herr Focke Hofmann, wird in seinem Amt als Bürgermeister
abgewählt.
Begründung:
In seiner Funktion als Bürgermeister
hat Herr Focke Hofmann mit der ihm eigenen wankelmütigen politischen
Willensbildung das Vertrauen der Bürger in seine Person verloren.
Negative Berichterstattungen in den Medien über dessen Handeln, der
Verweis der Bezirksregierung, haben dem Ansehen der Stadt Wilhelmshaven
geschadet. Als deren Vertreter und Repräsentant ist Herr Focke Hofmann
unglaubwürdig geworden und in seiner Eigenschaft als Bürgermeister
nicht mehr tragbar. Eine Abwahl entspricht dem Willen der Bürger,
die ich in namentlicher Abstimmung beantrage, und der ich sie bitte zu
entsprechen.
Joachim Münch
Antrag Ratssitzung 15. September 1999 (Geschäftsordnung).
Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister
Menzel,
folgenden Antrag, den ich
für die Ratssitzung zum 15. September 1999 fristgerecht einbringe,
möchte ich Sie bitten in die Tagesordnung des öffentlichen Teils
der Sitzung aufzunehmen.
ANTRAG
In der Geschäftsordnung
des Rates der Stadt Wilhelmshaven wird im § 9 - Absatz 1 - der Punkt
a) Nichtbefassung ersatzlos gestrichen.
Begründung
Die Geschäftsordnung
mit dem § 9 in der derzeitigen Fassung gibt, nach der Umbildung von
Fraktionen und Gruppen im Rat und die damit verbundene Entstehung einer
Gruppe mit absoluter Mehrheit, dieser totalitäre Handlungsfreiheit.
Die letzten Ratssitzungen zeigen dies in aller Deutlichkeit. Der demokratische
Grundgedanke der auch in einer Geschäftsordnung verankert sein muß,
ist in diesem § 9 nicht zu finden.
Joachim Münch
Antrag Ratssitzung 15. Oktober 1999 (Jugendparlament).
Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister
Menzel,
folgenden Antrag, den ich
für die nächste Ratssitzung einbringe (15.Okt.99), möchte
ich Sie bitten in die Tagesordnung des öffentlichen Teils der Sitzung
aufzunehmen.
ANTRAG
Die Vertreter des Jugendparlaments
werden zur nächsten Ratssitzung eingeladen und dem Rat darlegen, wie
sich die zukünftige Arbeit des Jugendparlaments gestalten wird. Im
Anschluß sollte der Rat darüber nachdenken und entscheiden ob
ein Fortbestand des Jugendparlaments gewährleistet und sinnvoll ist.
Begründung
Laut Protokoll des Jugendhilfeausschusses
vom 14. Juli 99 ist unter 5.4 zu lesen, daß den Jugendlichen jegliche
Motivation fehlt, die Luft raus und das Interesse erlahmt ist, auch am
offiziellen Part. Ein Jugendparlament das keins mehr ist, hat auch keinen
Bestand. Der Rat hat das Jugendparlament ins Leben gerufen und somit auch
die Aufgabe darüber nachzudenken, wie die Jugendlichen motiviert,
verantwortungsvoll in die kommunalpolitische Arbeit eingebunden werden
können, um die Existenz des Jugendparlaments zu sichern und zu fördern.
Mit vielen Diskussionen selbstherrlich ein Jugendparlament vorschlagen
und beschließen ist einfach. Es vergessen und nicht zu begleiten
ebenfalls.
Joachim Münch